Adressierung & Ping-Protokoll AB 3 · Informatik E-Phase · Lern-App
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Wie finden sich zwei Rechner im Netz?

Diese App begleitet dich durch Arbeitsblatt 3. Im Mittelpunkt steht der Ping-Simulator: Er spielt Schritt für Schritt ab, welche Nachrichten wirklich über das Kabel gehen, wenn du ping 192.168.0.11 eingibst – erst ARP, dann ICMP.

Pflicht

A5 – A10

Netz erweitern, Datenaustausch protokollieren, Sequenzdiagramm, Schichten, Fehlerfall, Sicherung.

Freiwillig

Z1 – Z3

Broadcast, warum der erste Ping länger dauert, weitere Befehle.

Grundlage

IP & Netzmaske

Zusatzmodul zum Nachschlagen: Aufbau der Adresse, Netz- und Hostanteil.

Was du hier tun kannst

  • Den Ping-Simulator abspielen und den Datenaustausch als Tabelle mitlesen.
  • Das Sequenzdiagramm erst selbst zeichnen, dann aufdecken und vergleichen.
  • Adressen und Netzmasken durchrechnen lassen – inklusive Binärdarstellung.
  • Alles Eingetippte landet im Heft und lässt sich ausdrucken.

Nichts wird gespeichert oder verschickt. Beim Neuladen ist alles leer.

Grundlage

1 · Aufbau einer IP-Adresse

Eine IPv4-Adresse besteht aus vier Zahlen von 0 bis 255, den Oktetten – jedes steht für genau 8 Bit, zusammen also 32 Bit. Die Netzmaske legt fest, welcher Teil davon das Netz bezeichnet und welcher das einzelne Gerät (Host).

In Binärschreibweise

Blau = Netzanteil (Maske hat dort eine 1), Orange = Hostanteil.

Liegen zwei Adressen im selben Netz?

Merke

  • Zwei Geräte können nur dann direkt miteinander sprechen, wenn sie im selben Netz liegen – also wenn der Netzanteil beider Adressen übereinstimmt.
  • Liegt das Ziel in einem anderen Netz, muss ein Router vermitteln.
  • Die erste Adresse eines Netzes ist die Netzadresse, die letzte die Broadcast-Adresse. Beide werden nicht an Geräte vergeben.

Kurzcheck

Richtig: 0 / 0
A5 ★☆☆

2 · Das Netz erweitern

Öffne deine gespeicherte Datei aus der ersten Doppelstunde. Die folgenden Schritte führst du im Entwurfsmodus durch. Hake ab, was erledigt ist.

So sieht das Zielnetz aus

GerätNameIP-AdresseNetzmaske
NotebookRechner 0.10192.168.0.10255.255.255.0
NotebookRechner 0.11192.168.0.11255.255.255.0
RechnerServer 0.12192.168.0.12255.255.255.0
Switchkeine
Alle drei Adressen beginnen mit 192.168.0. – bei der Maske 255.255.255.0 ist das der Netzanteil. Die Geräte liegen also im selben Netz und finden sich ohne Router. Speichern nach dem Schema JJMMTT-AB3-Nachname.

3 · Ping und Pong

Bevor der eigentliche Ping losgeht, passiert etwas anderes: Der sendende Rechner kennt zwar die IP-Adresse des Ziels, nicht aber dessen MAC-Adresse. Er fragt deshalb zuerst im Netz nach – das regelt das ARP (Address Resolution Protocol). Erst danach folgen die Ping-Pakete, die zum ICMP (Internet Control Message Protocol) gehören.

Zwei Protokolle bei einem Ping

ARP klärt zuerst, welche MAC-Adresse zur gesuchten IP-Adresse gehört. Das kostet zwei Nachrichten: eine Anfrage und eine Antwort.
ICMP übernimmt danach den eigentlichen Erreichbarkeitstest. Standardmäßig werden vier Anfragen gesendet, auf die jeweils eine Antwort erwartet wird.

Ping-Simulator

Ziel:
ARP-Cache von Rechner 0.10: Tempo:
Schritt 0 / 0
Wähle ein Ziel und drücke „Abspielen“.
A6 ★★☆

Datenaustausch-Fenster protokollieren

Erst einmal: Was steht da eigentlich?

Das Datenaustausch-Fenster ist ein Mitschnitt. Jede Zeile ist eine einzelne Nachricht, die über das Kabel gegangen ist – in der Reihenfolge, in der es passiert ist. Vier Spalten:

Nr. — die wievielte Nachricht war das?
Quelle — wer hat gesendet? (die Adresse des Absenders)
Ziel — an wen ging die Nachricht?
Protokoll und Bemerkung — nach welchen Regeln wurde gesprochen (ARP oder ICMP) und was wollte die Nachricht?
Die vorgegebene Zeile 1 heißt also übersetzt:
„Als Erstes hat 192.168.0.10 eine Nachricht an 192.168.0.11 geschickt. Sie folgte den ARP-Regeln und wollte wissen, welche MAC-Adresse zu dieser IP-Adresse gehört.“

Zwei Wörter, die du dafür brauchst

IP-Adresse – die Adresse, die du selbst vergeben hast (192.168.0.11). Sie sagt, wo ein Gerät im Netz liegt.
MAC-Adresse – die Nummer, die fest in der Netzwerkkarte steckt (z. B. 4A:2B:19:C0:77:02). Ohne sie kann kein Kabel-Rahmen abgeschickt werden. Ein Vergleich: Die IP-Adresse ist die Anschrift, die MAC-Adresse der Name auf dem Klingelschild.

Schritt für Schritt zur Tabelle

Jede richtige Antwort schaltet den nächsten Schritt frei. Falsch tippen ist erlaubt – du bekommst jedes Mal eine Erklärung.

Jetzt du: die Zeilen 2 bis 6 ausfüllen

Wähle in jeder Zeile aus den Klapplisten. Danach auf Tabelle prüfen – du siehst für jede Zeile einzeln, ob sie stimmt.

Nr. QuelleZielProtokoll und Bemerkung

Kontrolle: der echte Mitschnitt aus dem Simulator

Klicke eine Zeile an – im Modul Schichten siehst du dann, welche Ebenen beteiligt waren.

Nr.QuelleZielProtokoll und Bemerkung
Noch nichts gesendet – starte den Simulator.

Klicke Bausteine an, um sie einzufügen – und ändere sie danach in deine eigenen Worte um.

A7 ★★☆

Sequenzdiagramm

Zeichne den Ablauf zuerst selbst auf dein Blatt: zwei senkrechte Linien für die Stationen, für jede Nachricht ein beschrifteter Pfeil in der richtigen Richtung. Erst danach aufdecken.

A8 ★★★

4 · Bis zu welcher Ebene reicht ein Ping?

Ganz von vorn: Was ist überhaupt eine „Schicht“?

Wenn du einen Brief verschickst, sind mehrere Leute nacheinander beteiligt – und jeder kümmert sich nur um seinen Teil. Genau so ist ein Netzwerk aufgebaut: in Schichten, die aufeinanderliegen. Jede Schicht hat eine Aufgabe und gibt das Ergebnis an die nächste weiter.

Schicht im NetzAufgabeBeim Briefverschicken wäre das …
4 · AnwendungsschichtDer eigentliche Inhalt: eine Webseite, eine E-Mail, ein Video. … der Text, den du auf das Blatt schreibst.
3 · TransportschichtSorgt dafür, dass ein Programm mit einem anderen Programm spricht, und dass nichts verloren geht. Dafür gibt es Portnummern. … die Zeile „z. Hd. Frau Meier, Abteilung Einkauf“.
2 · VermittlungsschichtFindet den Weg zum richtigen Gerät, notfalls über mehrere Netze. Arbeitet mit IP-Adressen. … die Anschrift mit Straße, PLZ und Ort.
1 · NetzzugangsschichtBringt die Daten tatsächlich über das Kabel zum Nachbargerät. Arbeitet mit MAC-Adressen. … der Briefträger, der von Haus zu Haus geht.

Die entscheidende Idee

Nicht jede Nachricht braucht alle vier Schichten. Sie braucht immer die unteren – aber nur so weit nach oben, wie ihre Aufgabe es verlangt. Ein Brief ohne Text, auf dem nur „Wohnen Sie hier?“ steht, braucht keinen Inhalt und keine Abteilung – nur eine Adresse und einen Briefträger. Genau so ist ein Ping.

Ausprobieren

Klicke links eine Nachricht an. Rechts leuchten die Schichten auf, die daran beteiligt sind. Beachte: Es leuchtet immer von unten nach oben.

Nachrichten

Schichten

Wähle links eine Nachricht.

Schritt für Schritt zur Antwort

Fünf kleine Fragen. Am Ende hast du die vollständige Begründung beisammen.

Wortspeicher
die Netzzugangsschichtdie Vermittlungsschichtdie Transportschicht die Anwendungsschichtdie MAC-Adressedie IP-Adresse die Portnummerdie Nutzdatendie Erreichbarkeit Nützliche Wendungen: „… arbeitet mit …“ · „… wird nicht gebraucht, weil …“ · „… reicht nur bis zur …“ · „Deshalb …“

Baustein anklicken = Satz einfügen. Ordne sie danach um und schreibe sie in deine eigenen Worte um.

Wofür bräuchte man die Transportschicht? Für Ports und für eine Verbindung zwischen zwei Programmen. Braucht ein Ping das?
ARP arbeitet mit MAC-Adressen, ICMP mit IP-Adressen. Auf welchen Ebenen liegen die beiden?
Beispiel: Der Datenverkehr beim Ping reicht nur bis zur Vermittlungsschicht (Internetschicht). ARP bleibt sogar darunter, auf der Netzzugangs- bzw. Sicherungsschicht, weil es mit MAC-Adressen arbeitet; ICMP gehört zur Vermittlungsschicht und nutzt IP-Adressen. Die Transportschicht (TCP/UDP) wird nicht gebraucht, weil kein Datenstrom zwischen zwei Programmen aufgebaut wird und es keine Portnummern gibt. Die Anwendungsschicht entfällt ebenfalls, denn es werden keine Nutzdaten übertragen – der Ping prüft ausschließlich, ob die Station auf Netzebene erreichbar ist. Deshalb funktioniert ein Ping auch dann, wenn auf dem Zielrechner überhaupt kein Dienst installiert ist.
A9 ★★★

5 · Eine Adresse, die es nicht gibt

Rufe ping 192.168.0.99 auf – diese Adresse ist in deinem Netz nicht vergeben. Stelle den Simulator im Modul Ping und Pong auf dieses Ziel und sieh dir an, was passiert.

Erst beobachten, dann erklären

Vergleiche die beiden Mitschnitte nebeneinander. Achte nur auf eine Frage: Welche Sorte Nachricht fehlt auf der rechten Seite komplett?

ping 192.168.0.11 funktioniert

ping 192.168.0.99 schlägt fehl

Zähle nach – wie viele ICMP-Pakete gibt es jeweils?

Die Ursachenkette

Warum passiert das? Decke die Kette Glied für Glied auf und lies sie danach einmal von oben nach unten durch – das ist schon fast deine Antwort.

Schritt für Schritt zur Antwort

Wortspeicher
die ARP-Anfragedie ARP-Antwortder Broadcast die MAC-Adressevergeben / nicht vergebenadressieren die Zeitüberschreitungnicht erreichbar Nützliche Wendungen: „Beim Ping auf … sieht man …“ · „Der Grund dafür ist …“ · „Ohne … kann … nicht …“ · „Deshalb wird kein … gesendet.“

Bausteine anklicken, dann umschreiben.

Zähle die Nachrichten in beiden Fällen. Welche Sorte fehlt komplett – und warum kann sie gar nicht entstehen?
Beispiel: Bei 192.168.0.11 sieht man zuerst zwei ARP-Nachrichten (Anfrage und Antwort) und danach acht ICMP-Pakete – vier Anfragen mit je einer Antwort. Bei 192.168.0.99 erscheinen dagegen nur ARP-Anfragen, die mehrfach wiederholt werden. Niemand im Netz besitzt diese IP-Adresse, also antwortet auch niemand. Damit kennt Rechner 0.10 die MAC-Adresse des Ziels nicht – und ohne MAC-Adresse kann er den ICMP-Rahmen gar nicht erst adressieren. Es wird also kein einziges ICMP-Paket gesendet; der Ping scheitert schon eine Ebene tiefer. FILIUS meldet, dass die Station nicht erreichbar ist.
A10 ★☆☆

6 · Sicherung

Halte das Wichtigste fest – in jeweils ein bis zwei Sätzen. In der nächsten Doppelstunde geht es darum, wie Rechner sich gegenseitig Dienste anbieten.

a) Ein Protokoll ist eine feste Vereinbarung darüber, wie Nachrichten aufgebaut sind und in welcher Reihenfolge sie ausgetauscht werden. Nur weil sich alle daran halten, verstehen sich auch Geräte verschiedener Hersteller.

b) Das ARP ermittelt zu einer bekannten IP-Adresse die zugehörige MAC-Adresse im eigenen Netz. Es übersetzt also von der logischen Adresse zur Hardware-Adresse, damit der Rahmen überhaupt adressiert werden kann.

c) Ein Switch ist kein Endpunkt einer Kommunikation, sondern leitet Rahmen nur weiter. Dafür liest er die MAC-Adressen und braucht die IP-Ebene gar nicht – er arbeitet eine Schicht darunter und bleibt für die Geräte unsichtbar. (Große, verwaltbare Switches bekommen manchmal doch eine IP-Adresse, aber ausschließlich für die Fernwartung, nicht für das Weiterleiten.)

Selbstcheck

Punkte: 0 / 0
Z1 ★★☆

7 · Broadcast

Die ARP-Anfrage geht an alle Geräte des Netzes gleichzeitig. Man nennt das einen Broadcast.

Welches Gerät steht an der Netzgrenze – und was macht es mit einem Broadcast?
Beispiel: Ein Switch gibt einen Broadcast an alle seine Anschlüsse weiter, ein Router jedoch nicht: Er leitet nur Pakete weiter, die an eine bestimmte Adresse in einem anderen Netz gerichtet sind. Der Broadcast endet damit an der Netzgrenze – das Netz ist genau die „Broadcast-Domäne“. Das ist auch notwendig: Würden Broadcasts weitergereicht, müsste jede ARP-Anfrage weltweit an alle Geräte zugestellt werden. Das Internet wäre sofort mit Anfragen überflutet.
Z2 ★★★

Warum dauert der erste Ping länger?

Führe den Ping mehrfach hintereinander aus und vergleiche die Zeiten. Der Simulator zeigt dir denselben Effekt: Stelle den ARP-Cache einmal auf „leer“ und einmal auf „gefüllt“.

Was muss vor dem allerersten ICMP-Paket zusätzlich passieren – und wie viele Nachrichten kostet das?
Auch der Switch lernt dazu: Woher weiß er beim allerersten Rahmen, an welchem Anschluss das Ziel hängt?
Beispiel: Zwei Dinge kosten beim ersten Durchlauf Zeit. Erstens das ARP: Rechner 0.10 kennt die MAC-Adresse des Ziels noch nicht und muss sie erst per Broadcast erfragen und die Antwort abwarten – zwei zusätzliche Nachrichten, bevor überhaupt das erste ICMP-Paket losgeht. Zweitens der Switch: Seine MAC-Tabelle ist noch leer, er weiß also nicht, an welchem Anschluss das Ziel hängt, und muss den Rahmen an alle Anschlüsse fluten. Aus den Absenderadressen lernt er dabei die Zuordnung. Beim zweiten Ping steht die MAC-Adresse im ARP-Cache von 0.10 und die Portzuordnung in der Tabelle des Switches – beide Verzögerungen entfallen, die Zeiten werden deutlich kleiner und gleichmäßiger.
Z3 ★★☆

Weitere Befehle ausprobieren

Tippe die Befehle in die Konsole und notiere stichwortartig ihre Wirkung.

>
BefehlWirkung
ipconfig
route
host localhost
traceroute

8 · Mein Heft

Alles Eingetragene an einer Stelle. Zum Ausdrucken oben rechts auf Heft drucken klicken – leere Felder werden als Linien gedruckt.

AB 3 · Adressierung und Ping-Protokoll · Informatik E-Phase